SILVESTER


Für ein kurzes Spektakel entstehen in Berlin zum Jahreswechsel jedes Mal aufs Neue enorme Mengen Feuerwerksmüll. Die Reste bleiben liegen, kaum jemand entsorgt die Überbleibsel seiner Böllerei selbst. Bei Licht betrachtet wirkt Berlin am Neujahrsmorgen wie ein Schlachtfeld. Die Berliner Stadtreinigung – BSR räumt zwar schnell und gründlich nach der stadtweiten Party auf, doch Jahr für Jahr findet man trotzdem noch lange versteckt zwischen Büschen und Bäumen, in Ritzen und unzugänglicheren Ecken die Zeugen dieser einen Nacht.







EIN FISCH NAMENS SILVESTER besteht aus einem Mülleimer, den die BSR freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat, und ansonsten  aus Silvester- und Neujahrsmüll: den Resten unzähliger privater Berliner Feuerwerke, die das alte Jahr vertreiben und das neue begrüßen sollen.

Der aggressive Blick des Fisches kontrastiert mit der freundlich-bunten Oberfläche... ob Eimer ihn wirklich liebt ist hier die Frage. EIN FISCH NAMENS SILVESTER steht für die Widersprüche des Silvesterfeuerwerks: Kurzlebiger Genuss geht mit hohem Ressourcenverbrauch, wirtschatlichen Kosten, gesundheitlichen Schäden und ökologischen Belastungen einher und erzeugt langlebigen Müll. Er macht sichtbar, was sonst (dank sei der BSR!) schnell aus unserem Sichtfeld verschwindet: Abfall, der nicht einfach weg ist, sondern weiterwirkt – auf der Straße, in Flüssen und letztlich auch im Meer.


TrashmaidBerlin