BERLIN-FLAGGE und EIN FISCH NAMENS SILVESTER 
im Illuseum Berlin

Seit Dezember 2024 ist meine BERLIN-FLAGGE im Illuseum Berlin zu sehen. Im Januar 2026 kam mit meinem neuen Werk EIN FISCH NAMENS SILVESTER eine zweite Arbeit hinzu. Beide bestehen aus gefundenem Berliner Müll, reagieren jedoch auf unterschiedliche Situationen: Die BERLIN-FLAGGE greift den alltäglichen Stadtraum auf, während im Fisch Material aus der Silvesternacht verarbeitet ist. Im Illuseum begegnen sich diese beiden Zustände der Stadt direkt nebeneinander.


BERLIN-FLAGGE – Müll als Dauerzustand

Die Berliner Stadtreinigung (BSR) leistet gute Arbeit, doch trotzdem liegt auf Straßen, Gehwegen und in Grünanlagen viel Müll. Nicht jeder Quadratmeter kann täglich gereinigt werden, und noch immer werfen zu viele Einwohner und Gäste ihren Abfall achtlos weg, obwohl bei über 27.000 öffentlichen Mülleimern der nächste nie weit entfernt ist.

Der Anblick dieses herumliegenden Abfalls inspirierte mich zur BERLIN-FLAGGE aus Plastikmüll, gesammelt auf den Straßen der Hauptstadt – eine Mahnung an unsere Ignoranz und unsere Verantwortungslosigkeit im Umgang mit unserem Planeten.

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Der Lack ist ab

Der goldene Rahmen stammt von einem Berliner Flohmarkt. Er ist an verschiedenen Stellen beschädigt, die Farbe ist teilweise abgeplatzt: Der Lack ist ab… und das nicht nur buchstäblich sondern auch im übertragenen Sinn. Der beschädigte Rahmen und der in der Flagge verarbeitete Plastikmüll verdeutlichen, wie Gier und das ungebremste Streben nach immer mehr Konsumgütern letztlich dazu führen, dass diese Dinge ihren Wert verlieren, überflüssig werden und verfallen.

Ich möchte die Betrachtenden bitten, über die Verschwendung, Vernichtung und Vergänglichkeit von Ressourcen nachzudenken, und darauf hinweisen, dass wir alle gefordert sind, unsere gewohnte Lebensweise zu hinterfragen, um die Zerstörung unserer Umwelt zu stoppen. 





Bevor sie ihren festen Platz im Illuseum Berlin gefunden hat, wurde die Flagge von Oktober bis November 2024 erstmals öffentlich auf meiner Ausstellung TRASH MY WAY im Umweltbundesamt gezeigt. 



EIN FISCH NAMENS SILVESTER – Müll eines einzigen Tages

EIN FISCH NAMENS SILVESTER besteht aus einem Mülleimer, den die BSR freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat, und aus den Resten unzähliger privater Berliner Feuerwerke, die das alte Jahr vertreiben und das neue begrüßen sollen. Gesammelt am Neujahrsmorgen, setzt sich das Werk aus Überresten eines kurzen Moments zusammen, dessen Material jedoch lange bleibt. Der aggressive Blick des Fisches kontrastiert mit seiner bunt-fröhlichen Oberfläche und weist auf die Widersprüche des Silvesterfeuerwerks hin: kurzer Genuss geht mit hohem Ressourcenverbrauch, wirtschaftlichen Kosten, gesundheitlichen Schäden und ökologischen Belastungen einher und erzeugt langlebigen Müll.

Die Arbeit macht sichtbar, was sonst – dank der schnellen Reinigung durch die BSR – rasch aus dem Blickfeld verschwindet: Abfall, der nicht einfach weg ist, sondern weiterwirkt, auf Straßen, in Flüssen und letztlich im Meer. 

Während die BERLIN-FLAGGE den dauerhaften Alltagsmüll zeigt, steht der Fisch für ein zeitlich begrenztes Ereignis und die Folgen eines einzigen Tages. Im Illuseum begegnen sich beide Arbeiten als zwei unterschiedliche, aber untrennbare Realitäten derselben Stadt.

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